Mittwoch, 28. Januar 2015

Anne Frank und ähnliche Schicksale 7

Ich habe jetzt noch ein bisschen auf der Seite www.lettertothestars.at nachgeforscht und bin dabei auf eine interessante Geschichte einer Holocaust-Überlebenden gestoßen.


„Ich ging hochaufgerichtet durch den Hass, da wurde ich Jüdin“

Angelica Bäumer wurde 1932 in Frankfurt am Main als erstes Kinder von Valerie und Eduard Bäumer geboren. Drei Jahre später kam ihr Bruder Michael zur Welt. Angelicas Mutter, eine Wiener Jüdin, besaß zusammen mit ihrem Bruder eine Lebensmittelfabrik. Die Familie Bäumer war wohlhabend und lebte in einem großen Haus mit viel Personal.
1938 kam Angelica in die Klosterschule Nonnberg in Salzburg. Die Schule wurde aber von den Nazis beschossen und geschlossen, so musste Angelica auf eine normale, öffentliche Schule.
Angelicas Onkel wurde 1938 von der Gestapo verhaftet und das ganze Familienvermögen wurde beschlagnahmt. So musste die Familie Bäumer in ein winziges Zimmer im Haus der Familie Grasmayr ziehen, die Verständnis für ihre Probleme hatten. 1940 kam ihre kleine Schwester Bettina zur Welt.
Es war nicht leicht, plötzlich arm zu sein und kein Geld und Haus mehr zu haben.
1942 kam Angelica ins Gymnasium, bis 1944 lief alles relativ ruhig. 1944 flogen eines Tages mitten im Unterricht die Türen auf und zwei Gestapomänner schrien: „Der Bastard Bäumer soll mitkommen!“. Angelica wusste sofort, was los war. Sie packte ihre Sachen zusammen und ging mit den Gestapoleuten mit. Während sie durch die Schulgänge geführt wurde, schrien Schüler ihr die schlimmsten Schimpfworte nach, Bastard, Saujude und vieles mehr. Angelica ging hochaufgerichtet durch den Hass ihrer Mitschüler und wurde so von einer Minute zur anderen zur Jüdin. Auf der Straße wurde sie dann losgelassen und sie konnte nach Hause laufen.
Ihre Eltern bekamen Zwangsarbeit, ihre Salzburger Freunde spalteten sich in zwei Gruppen, die, die mit Juden nicht sprechen und jene, welche halfen und sie zu unterstützen.
Auf ihre Pässe wurde ein grosses J gestempelt und sie erhielten weniger Lebensmittelmarken, durften nicht in den Luftschutzbunker, keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und der Judenstern musste sichtbar auf die Kleidung aufgenäht sein.
Eines nachts kam ein Nachbar und drängte sie, sofort zu fliehen. Mit dem Flüchtlingszug erreichten sie nach vielen Stunden St. Johann im Pongau, wo sie zu Fuss nach Großarl weitergingen. Nach 16 Kilometer Fußmarsch fanden sie Unterschlupf bei einem Pfarrer in Großarl. Sie galten als „Ausgebombte aus Wien“, denn hätten sie gesagt, dass sie Juden seien, wären sie in dem Nazinest bestimmt verraten worden.
Sie hatten kein Geld und machten sich überall nützlich, wo sie nur konnten, um ihren Unterhalt abzuarbeiten. Angelica halft in einer Meierei in der Pfarre, wo sie Kühe molk, Tiere fütterte und den Stall mistete. Dann half sie auch noch auf dem Friedhof bei der Gräberpflege.
Dann endlich, am 8. Mai 1945 war der Krieg zu Ende. Die Familie Bäumer kehrte nach Salzburg zurück, ihre Wohnung stand noch.
Jetzt erfuhr Angelica von ihrer Großmutter, die in Thereseinstadt umgekommen war, von ihrem Onkel, der in Dachau starb und von einem Freund ihrer Eltern, der in Mauthausen verstarb.


Ich habe mir die Geschichte der Angelica Bäumer ausgesucht, um aufzuzeigen, dass es in dieser Zeit auch Geschichten von Opfern gab, die nicht im KZ waren, die nicht umgebracht und gefoltert worden sind, die sich erfolgreich verstecken konnten.
Wie Angelica Bäumer jedoch selber sagte, es gibt viel schlimmere Schicksale als ihres, und doch gehört es zu ihr und lässt sie bis heute nicht los.
Ihre Geschichte ist für mich einigermassen nachvollziehbar und trotzdem zeigt es auf, wie grausam die Verachtung und der Hass der Masse gegenüber den Juden gewesen sein muss.

so zeichnete Angelica Bäumer als Kind ihre Schule in Salzburg






im Vergleich mit Anne Frank:

Angelica Bräuner lebt noch heute
Anglica Bräuner konnte in einer Pfarre in Großarl untertauchen
Angelica hat keine engsten Familienangehörige verloren
Angelica Bräuner gibt ihre Geschichte weiter, besucht Schulen und schreibt Artikel über die Zeitzeugen des Holocaust.



Freitag, 23. Januar 2015

Anne Frank und ähnliche Schicksale 6

Auf meiner Internetsuche bin ich auf eine Flut von Quellen, Filmen, Büchern, Zeitungsartikel, Dokumentationen und Interviews gestossen.
Anfangs dachte ich, dass sie Seite http://www.lettertothestars.at/ für mich die allerwichtigste Quelle werden würde, denn diese Seite beinhaltet unglaublich viele Informationen.
Nach und nach habe ich aber andere, genauso interessante Seiten und Quellen gefunden.
Noch immer bin ich dran, mich in dieser Flut von Information zurecht zu finden.

Hier einige meiner (bis jetzt) allerwichtigsten Quellen:





Anne Frank und ähnliche Schicksale 5


Auf meiner Suche nach überlebenden Holocaust-Opfern, ähnliche Schicksale wie Anne Frank, bin ich im YouTube auf die Lebensgeschichte von Erna de Vries gestossen.
Sie erzählt ihre Geschichte „Ich wollte noch einmal die Sonne sehen“ ergreifend und schockierend detailiert.

Falls ihr diese Geschichte selber hören wollt:


Hier habe ich euch Erna de Vries‘ Lebensgeschichte zusammengefasst:

„Ich wollte noch einmal die Sonne sehen"

Erna Korn (nachher erst de Vries) kam am 21. Oktober 1923 in Kaiserslautern zur Welt. Ihr Vater, Jakob Korn war Evangelist und ihre Mutter, Jeannette Löwenstein, eine Jüdin. Somit entschieden sich die Eltern, ihre Tocher Erna jüdisch zu erziehen.
Jakob Korn starb, als Erna 9 Jahre alt war und ihre Mutter führte den Speditionsbetrieb weiter. Erna erinnert sich an eine glückliche frühe Kindheit, in der es ihr an Nichts fehlte.
Ab 1933 machte es das nationalsozialistische Regime den jüdischen Menschen schwer, eine Firma zu führen und so übergab Jeannette Korn 1935 das Geschäft an den Geschäftspartner. Von nun an lebten Erna und ihre Mutter nur noch von dem Ersparten.
1935 kam Erna in die Schule, in eine von Frankziskanerinnen geleitete Ordensschule. Leider wurden ihre Mitschüler immer rassenfeindlicher und schimpften sie als Jüdin aus. So kam Erna 1937 in eine Sonderklasse für jüdische Kinder. Dort wurden 28 Schüler aller Klassenstufen von einem einzigen Lehrer unterrichtet.
Während dieser Zeit vereinsamten sie und ihre Mutter immer mehr, denn sie durften keinen Kontakt mehr zu Nicht-Juden haben und wurden somit sozial ausgegrenzt. 1938 schloss Erna mit der Schule ab und bewarb sich in Kaiserslautern in einer Wäscherein. Das Leben für Juden wurde immer schwieriger und komplizierter. 
Juden mussten den Judenstern tragen, durften nicht mehr in normalen Geschäften einkaufen und keine öffentlichen Schulen mehr besuchen und keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen.
Ihre Wohnung in Kaiserslautern wurde von der Gestapo durchsucht und vollkommen zersört. Erna und ihre Mutter flüchteten nach Köln zu ihrer Tante.
Erna wollte immer schon Medizin studieren, weil sie kein Abitur hatte, bewarb sie sich in Köln in einem Krankenhaus als Krankenschwester. 
Ihre Mutter aber ging schon nach kurzer Zeit wieder zurück nach Kaiserslautern und richtete die völlig zerstörte Wohnung wieder her.
1942 erfuhr Erna, dass ihre Mutter aus Kaiserslautern deportiert werden soll und reiste schnell zu ihr. Flehentlich bat Erna die Gestapo-Soldaten, sie mit ihrer Mutter gemeinsam mitzunehmen und so kamen beide gemeinsam ins Gefängnis von Saarbrücken. Zwei Tage später sollte ihre Mutter nach Auschwitz deportiert werden und wieder wollte sich Erna nicht von ihrer Mutter trennen und kam so von Gefängnis zu Gefängnis zum Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, zusammen mit ihrer Mutter Jeannette. Dort wurden alle Neuankömmlinge inspiziert, registriert, rasiert und tätowiert (mit Nummern auf dem Arm).
Sie litten immer schrecklichen Hunger und froren, mussten stundenlange Arbeit in Wasserteichen verrichten und wurden krank. Erna und ihre Mutter kamen zum Block 25, der Todesblock. Am Tag der Vergasung wurden alle Gefangenen auf den Hof getrieben und die aufgerufenen Nummern wurden mit Lastwagen weggebracht (in die Gaskammer). 
Erna wusste nur eins in ihrer Verzweiflung und Ohnmacht: Sie wollte nur noch einmal die Sonne sehen! Sie ließ sich zu Boden fallen und panisch schreiende Menschen trampelten über sie. Sie betete, lieber Gott, ich möchte leben, aber wie du willst.....
Da wurde plötzlich ihre Nummer aufgerufen und sie wusste, dass sie irgendwie dahin musste, sich melden musste. Der Wachsoldat sagte zu ihr, dass sie mehr Glück als Verstand habe und schubste sie zum Tor hinaus zum Block 26. Alle dort Gelandeten sollten nach Ravensbrück transportiert werden. Erna riss aus um ihre Mutter ein letztes  Mal zu sehen und kam ein paar Tage später ins KZ Ravensbrück. 
In Ravensbrück mussten die gefangenen Frauen für die Rüstung arbeiten, zum Beispiel für die Firma Siemens. Aber wenigstens ging es ihnen etwas besser als in Auschwitz, sie hatten richtig bezogene Armeebetten, ein Stück Brot pro Tag und Kleider.
Im März 1945 wurden die Gefangenen von Ravensbrück in Marsch gesetzt, mit SS-Begleitung begann ein tagelanger Marsch. Am Straßenrand lagen erschoßene Menschen, die nicht mehr weiter konnten. Erna konnte nicht mehr, war am Ende, doch von ihren Kameradinnen wurde sie ermuntert, weiter zu gehen.
Plötzlich geriet alles in Bewegung, amerikanische Panzerwagen kamen ihnen entgegen und großer Jubel bracht aus! DIE BEFREIUNG!


Das ist eine schreckliche, unglaubliche Geschichte! Mir fehlen einfach die Worte!
Was Erna de Vries durchmachen musste, ist für mich einfach unverständlich und was sie geschafft hat, fast unmenschlich.

Wenn ich das Leben Erna de Vries‘ mit dem der Anne Frank vergleiche, komme ich zu folgenden Unterschieden:

  • Erna de Vries war 6 Jahre älter als Anne Frank, das heißt, sie hat schon sehr viel mehr von den Gefahren des Nationalsozialismus verstanden als Anne Frank damals.

  • Erna de Vries war eine Kämpferin, genau wie Anne Frank, sie war mutig und ging direkt zur Gestapo und bat, mit ihrer Mutter mitfahren zu können. Damals war sie schon 19 Jahre alt.

  • Erna de Vries überlebte das KZ Auschwitz und KZ Ravensbrück. Anne Frank starb einige Wochen vor der Befreiung 1945 im KZ Bergen-Belsen an Typhus.


Dienstag, 20. Januar 2015

Anne Frank und ähnliche Schicksale 4

In meinem Blog Anne Frank und ähnliche Schicksale 2 habe ich mir die Frage gestellt, warum man, wenn man Jude war, den Judenstern tragen musste und warum die Menschen ihn nicht einfach weggenommen haben...
Weil ich bei meinen Recherchen immer wieder auf diesen Stern stoße, habe ich im Internet nachgeforscht und folgendes herausgefunden:

File:Judenstern JMW.jpg


  • Judenstern = Davidstern
  • Das handtellergroße Abzeichen mussten alle Juden ab sechs Jahren sichtbar auf der linken Brustseite der Kleidung tragen. Die Aufschrift "Jude" war so gestaltet, dass sie die hebräische Schrift ins Lächerliche zog. Ausgenommen von der Verordnung waren Juden, die mit einem nichtjüdischen Partner verheiratet waren.
  • Dieses Zeichen war ein vom nationalsozialistischen Regime eingeführtes Zwangskennzeichen
  • ab 1939 in Polen
  • ab 1941 im ganzen Deutschen Reich
  • wer den Judenstern nicht trug, dem drohten 6 Monate Gefängnisstrafe, was zum wahrscheinlichen Tod führte




Montag, 19. Januar 2015

Anne Frank und ähnliche Schicksale 3


Wie ich auf anderen Blogs unserer Klasse gelesen habe, ist das Leben und das Tagebuch der Anne Frank schon bestens dokumentiert.
Falls Ihr euch also für das Leben und die Leidensgeschichte Anne Franks interessiert, bitte ich euch, bei

Sosos  (http://annefrankgeschichte.blogspot.co.at/) oder
Katrins (http://2wkgeschichte.blogspot.co.at/) Blog

mehr zu erfahren, denn bei beiden ist das Leben Anne Franks sehr gut und ausführlich beschrieben.

Trotzdem werde ich das Tagebuch der Anne Frank als Hörbuch noch zu Ende hören und dann meine Gedanken dazu ausarbeiten.

In der Zwischenzeit habe ich aber auch schon ganz interessante Seiten gefunden über ähnliche Schicksale dieser schrecklichen Zeit.
In dem Buch "Versteckt wie Anne Frank: Überlebensgeschichten jüdischer Kinder" geschrieben von Marcel Prins und Peter Henk Steenhuis, bin ich auf die Lebensgeschichte von Rita Prins-Degen gestoßen:

Rita Degen kam am 25. Dezember 1936 in Amsterdam zur Welt. Ihre Mutter, Bertha, arbeitete als Buchhalterin und ihr Vater Frits als Vertreter bei einem Schreibwarengeschäft. Im Sommer 1942 arbeitete er kurz beim jüdischen Rat und musste als Ordnungshüter bei einem der ersten Abtransporte jüdischer Menschen Wache halten. Was er dort sah, fand er so erschreckend, dass er sicher war, dass die Deportation den Tod bedeutete. Frits Degen organisierte für alle Familienmitglieder und die ganze Verwandtschaft Adressen zum Untertauchen. Im August 1942 entschieden sich Frits und Bertha, mit Rita unterzutauchen. Rita wurde mit knapp 6 Jahren bei Frits Degens Arbeitgeber Walter Lorje in Amsterdam untergebracht. Dort hatte es Rita nicht leicht. Sie wurde von ihrem Untertauchvater gewarnt, niemals zu sagen, dass sie bald sechs werden würde, denn ab sechs Jahren mussten alle jüdischen Kinder den Judenstern tragen. Dies machte Rita sehr traurig, denn sie freute sich schon auf ihren sechsten Geburtstag. Immer wenn Tante Loes, eine Cousine der Untertauchmutter, zu Besuch kam, musste Rita zum Spielplatz gehen und dort warten, bis die Luft zu Hause wieder rein war. Ihr wurde auch eingetrichtert, dass sie, sollte sie jemals Tante Loes begegnen, sagen sollte, ihr Name sei Rietje Houtman und sie sei eine Nachbarin. Eines Tages aber lief Rita Tante Loes trotz aller Vorsichtsmaßnahmen über den Weg und diese schöpfte Verdacht.
Große Panik ergriff die ganze Familie Lorje, sofort wurden die Koffer gepackt und Rita wurde zu jemandem vom Widerstand gebracht, der sie zu einer sichereren Adresse nach Hengelo bringen sollte. Rita kam zu Tante Marie und Onkel Kees Fonds, welche sie sehr liebevoll in ihre Familie aufnahmen. Ab jetzt hieß sie Rietje Fonds. Rita bekam ein wunderschön eingerichtetes Kinderzimmer und glaubte eine lange Zeit, das Zimmer sei für sie vorbereitet gewesen. Erst viel später erfuhr sie dann, dass Tante Marie und Onkel Kees das Zimmer hergerichtet hatten, um irgendein jüdisches Kind aufzunehmen, das untertauchen musste. Rita aber gaben sie das innige Gefühl, sie hätten auf sie gewartet und sich auf sie gefreut. Rita zweifelte nämlich keine Sekunde daran, dass sie nicht wirklich erwünscht war. Und das war gut so. Rita fühle sich hier richtig Zuhause und durfte sogar im Garten spielen. Aber zur Schule gehen wie alle anderen Kinder durfte sie nicht, sie bekam Privatunterricht. Tante Marie bekam einen kleinen Jungen, namens Wim. Für Rita war er ihr kleiner Bruder und sie liebte ihn über alles. Tante Marie, Rita und der kleine Wim mussten sich oft unter der Treppe verstecken, da die Stadt Hengelo von den Engländern bombardiert wurde. Anfang 1944 wurde die ganze Familie nach Amsterdam evakuiert, gerade noch rechtzeitig, denn eine Woche später fiel eine Bombe auf das Haus in Hengelo. In Amsterdam durfte Rita zum ersten Mal zur Schule gehen, denn in Amsterdam gab es zu dieser Zeit so viele neu zusammengestellte Haushalte, dass niemand sich mehr um die genauen Verwandtschaftsverhältnisse kümmerte. Dieser Zustand dauerte aber kaum sechs Monate. Rita begann zu verstehen, was es hieß, Jüdin zu sein, denn ihr Freund Danny Pieterse verschwand eines Tages von Zuhause und kam nicht mehr zur Schule. Die Schule wurde geschlossen, es gab kein Heizholz und keine Nahrung mehr. Rita ging den ganzen Tag auf die Straße nach der Suche nach etwas Essbarem. Oft stand sie mit ihren langen, blonden Zöpfen vor der Kaserne der Wehrmacht und wartete, bis sie von einem Soldaten ein Stück Brot oder eine Möhre bekam. Alle mussten hungern und frieren. Tante Marie wurde wieder schwanger und Rita nahm sich vor, für sie zu sorgen, bis das Baby zur Welt kam. So suchte sie auf der Straße nach Heizmaterial und Essen, oftmals stahl sie auch kleine Leckerbissen auf dem Markt. Rita wurde nach dem Verschwinden von Danny klar, dass komische Dinge passieren konnten, wenn man Jude war. Sie wusste aber nichts über das religiöse Judentum, denn sie wurde von den Fonds evangelisch erzogen. Durch eine Freundschaft zu einem katholischen Mädchen, kam sie dem katholischen Glauben näher, ihr gefielen die schönen Lieder, die man in der Kirche sang und sie lernte viele katholische Gebete.
Es kam der 7. Mai 1945, da gab es nach der Befreiung in Amsterdam ein großes Fest. Tante Marie und Onkel Kees sagten ihr, dass der Krieg vorbei sei und nun bald ihre Eltern kämen um sie zu holen. Rita betete zu Gott, dass sie bei Tante Marie bleiben durfte, sie hatte keinen Bezug mehr zu ihren Eltern, sie wollte Tante Marie beschützen und bei ihrem Bruder Wim bleiben. Zwei Wochen später klingelte es an der Haustür und ihre Eltern kamen, um sie abzuholen. Rita wollte nicht mitgehen mit den fremd-gewordenen Eltern, aber es half nichts, sie wurde weggeholt von ihrem damaligen Zuhause.
Rita verlor den Glauben an Gott, weil er ihr in dieser Situation nicht geholfen hatte. Von Tante Marie und Onkel Kees hörte sie nichts mehr, es gab kein Telefon und zu Fuss war es zu weit. Zwei Monate später erfuhr Rita, dass Inge, das Baby von Marie zur Welt gekommen war. Für Rita war Inge die neue Schwester.

Die Geschichte von Rita Degen hat mich sehr bewegt, auch wenn sie grundsätzliche Unterschiede zum Leben der Anne Frank aufweist:


  • Rita Degen hat überlebt - Anne Frank starb im März 1945 im Kz Bergen-Belsen an Typhus
  • Rita Degen versteckte sich bei verschiedenen Familien - Anne Frank lebte 2 Jahre mit ihrer Familie im Hinterhaus in Amsterdam 
  • Rita Degen kam mit 5 Jahren zu einer fremden Familie - Anne Frank war 13, als sie ins Hinterhaus zog
  • Rita Degen verstand als kleines Mädchen nicht, was es bedeutete Jüdin zu sein - Anne Frank beschrieb im Tagebuch viele tagespolitische Ereignisse, sie begriff, was es hieß, Jüdin zu sein.
  • Rita Degen hatte hellblondes, langes Jahr (untypisch jüdisch) - Anne Frank dunkelbraunes Haar 
  • Rita Degen wurde nie von den Nazis gefunden - Anne Frank kam ins Arbeitslager Westerbork, danach ins Vernichtungslager Auschwitz und von dort ins KZ Bergen-Belsen
  • Rita Degen hat die Erinnerung an ihre Eltern verloren, weil sie noch sehr jung war - Anne Frank war und blieb immer sehr eng verbunden mit ihren Eltern und ihrer Schwester Margot


     








                                Rita mit "Bruder" Wim
                           





Rita mit ihrer Mutter Bertha

Sonntag, 18. Januar 2015

Meine Kommentare zu SS-Totenkopf

http://2teweltkrieg.blogspot.co.at

http://my-historyblog.blogspot.co.at

http://derneuegeschichtsblog.blogspot.co.at

Anne Frank und ähnliche Schicksale 2

Also ich habe begonnen das Hörbuch von Anne Frank anzuhören, ich bin aber noch nicht fertig damit.
Ich finde es ein bisschen schwierig, mich da rein zu versetzen, denn ich kann mir nicht so genau vorstellen, wie das damals wirklich war.
Ich frage mich, wieso man, wenn man Jude war, den Judenstern tragen musste und wieso man ihn nicht einfach weggenommen hat!!!
Dann habe ich auch noch verschiedene Kurzfilme und Zusammenfassungen in YouTube zu Anne Frank angeschaut.
Ich habe auch dank dem Tipp von Herr Haider auf der Homepage der Schule BG Stubenbastei in Wien nach einer Kontaktnummer gesucht, und bin dabei auf die Webseite www.lettertothestars.at
gestoßen. Dies ist eine außerordentlich informationsreiche Seite, die ich in der kommenden Woche genauer ansehen will.
Ich werde mir im Laufe dieser Woche ein paar Lebensgeschichten von Holocaust-Überlebenden durchschauen und sie mit der Lebensgeschichte der Anne Frank vergleichen.

Die Shoa

Ausgewählter Aspekt: Konzentrazionslager
gefundenes Buch: - Name Vorname: Morsalek Hans
                               - Buchtitel: Die Geschichte des Konzentrazionslager Mauthausen
                               - Ort: Wien
                               - Jahr: 2006
                               - Seite: 166
Zitat: Am 19.8.1944 sind von Mauthausen in einem Transport von 457 Häftlingen sieben jüdische Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren und 23 jüdische Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren ins KL Auschwitz überstellt worden.

Eigene Gedanken: Ich finde es sehr schlimm, dass sogar Kinder und Jugendliche ins Konzentrazionslager überwiesen wurden.

Donnerstag, 15. Januar 2015

SS - Totenkopf

d) Wie stellen die interviewten Personen in der Dokumentation die SS dar? Stelle zwei unterschiedliche Sichtweisen einander gegenüber.
Karel Stoika war ein Häftling der SS. Seiner Meinung nach waren es nicht Hitler, Goebbels und ähnliche bekannte Namen, sondern der Milchmann, der Postbote, der Fleischhauer, der Nachbar von nebenan, also ganz normale Menschen mit Uniform, Stiefeln, Armbinden und Haube, welche zu Massenmördern wurden.
Günter Stark, der Bruder des SS Kommandanten Hans Stark: Günter berichtet darüber, wie ehrgeizig sein Bruder war und dass er hoch hinaus wollte. Er berichtet auch, wie stolz ihr Vater seinen Freunden erzählte, dass sein Sohn Hans bei der SS sei. Hans Stark wurde schon ganz jung zum SS Kommandanten, wahrscheinlich deshalb war er auch besonders hart und brutal mit den Gefangenen.

e) Welche konkreten Aufgaben übernahmen die SS Soldaten?
Die Aufgabe der SS Soldaten war es, die Konzentrationslager zu verwalten und bewachen. Auch Verhaftungen, Verfolgungen und Erschießungen gehörten zu ihrem Aufgabenbereich, sowie Kreuzzüge gegen Judentum und Bolschewismus.

Samstag, 10. Januar 2015

Anne Frank und ähnliche Schicksale 1


  • Titel des Themas: Anne Frank und ähnliche Schicksale
  • Motivation der Themenwahl: mich interessiert es, wie jüdische Familien im 2. Weltkrieg lebten.
  • Zeitplan: ich werde das Tagebuch der Anne Frank lesen, im Internet nach ähnlichen Schicksalen suchen und diese miteinander vergleichen.
  • Materialien: Tagebuch der Anne Frank, Internet, ev. Filme
  • Inhalt meiner Forschungsarbeit: der Vergleich von Anne Frank und ähnlichen Familienschicksalen im 2. Weltkrieg. Ich möchte verschiedene Familiengeschichten kennenlernen und mich damit gefühlsmäßig auseinandersetzen.
  • Fortschritt und Leistung messen: allgemeines Wissen über Anne Frank und Holocaustopfer jetzt und danach.